Susigrafie, erzähl uns ein bisschen was über Dich

Mein Name ist Susanne Helmert und ich lebe seit 2012 in Hamburg. Bereits in meiner Jugend kam ich mit der Fotografie in Berührung. Doch erst als ich vor zehn Jahren begann, mit meiner ersten digitalen Spiegelreflexkamera zu arbeiten, wurde die Fotografie zu meiner Leidenschaft. Die Kamera begleitete mich von nun an überall hin. Ich besuchte Workshops und lernte von anderen Fotografen.

Als es mich von 2010 bis 2012 in die USA verschlug, verlegte ich meinen beruflichen Fokus ganz auf die Fotografie. Durch diesen Schritt bekam ich die Chance viele interessante Menschen zu treffen und wertvolle Erfahrungen zu machen. Und vor allem: Ich konnte meine Leidenschaft zum Beruf machen.

Mittlerweile bin ich zurück in Deutschland und habe mein eigenes Atelier in der Hamburger Neustadt, in dem ich auch Workshops anbiete.

Wie kamst Du auf die Idee, deine Fotografien mit Bienenwachs zu bearbeiten?

Ich hatte noch nie großes Interesse stundenlang am Computer zu sitzen, um meine Fotos zu bearbeiten. Vielleicht wurde ich deshalb in den letzten Jahren aufmerksam auf alternative fotografische Prozesse. Irgendwann kam ich mit der Foto-Enkaustik in Berührung. Als ich das erste Mal vor einem solchen Kunstwerk stand, war ich erstaunt, dass es sich hierbei um eine Fotografie und nicht etwa um ein Gemälde handelte. Die Struktur und Tiefe, die durch das Auftragen des enkaustischen Mediums – eine Mischung aus Bienenwachs und Baumharz – erzeugt werden kann, faszinierte mich. Ich wollte unbedingt mehr darüber erfahren. Glücklicherweise war die Künstlerin dessen Bild ich so bewunderte eine Freundin, die bereit war, ihr Wissen mit mir zu teilen.

Kannst Du den foto-enkaustischen Prozess etwas näher beschreiben?

Es beginnt damit, dass die Fotos auf Papier gedruckt werden. Anschließend klebe ich diese auf einen stabilen Untergrund wie zum Beispiel Holz. Das enkaustische Medium wird erhitzt und im heißen Zustand auf das Foto aufgetragen. Hierzu verwende ich meist Pinsel oder Spachtel, um damit eine Struktur zu erzeugen. Schicht für Schicht wird das Medium mit einer Heißluftpistole eingebrannt, um sich so mit der darunter liegenden Schicht zu verbinden. Manchmal füge ich noch Pigmente oder Ölfarbe hinzu, um dem Bild noch mehr Ausdruck und Tiefe zu verleihen.

Beim Arbeiten mit heißem Wachs kann das Ergebnis nie vollständig vorhergesagt werden. Der Wachs erkaltet nach dem Auftragen sehr schnell und wird hart. Genau darin liegt auch der Reiz dieser Technik: Kein Kunstwerk gleicht dem Anderen und jedes Werk ist ein Unikat.

Was ist deine Intention, wenn Du fotografierst bzw. deine Bilder bearbeitest?

Meine Werke sind meine Interpretationen der Welt. Ich versuche in meinen Bildern festzuhalten, was ich sehe und erfahre. Einsame Landschaften und verlassene Orte spielen dabei eine besondere Rolle. Sie faszinieren und berühren mich auf eine ganz besondere Weise.

Das Einzigartige an der Enkaustik ist, dass die aufgetragene Wachsschicht leicht milchig erscheint – als blicke man durch ein altes Fenster in eine andere Welt. In eine Welt voller wunderbarer Erinnerungen und vergangener Momente.