Foto-Enkaustik: Wie ich dazu kam

Ich hatte noch nie großes Interesse stundenlang am Computer zu sitzen, um meine Fotos zu bearbeiten. Vielleicht wurde ich deshalb in den letzten Jahren aufmerksam auf alternative fotografische Prozesse. Irgendwann kam ich mit der Foto-Enkaustik in Berührung. Als ich das erste Mal vor einem solchen Kunstwerk stand, war ich erstaunt, dass es sich hierbei um eine Fotografie und nicht etwa um ein Gemälde handelte. Die Struktur und Tiefe, die durch das Auftragen des enkaustischen Mediums – eine Mischung aus Bienenwachs und Baumharz – erzeugt werden kann, faszinierte mich. Ich wollte unbedingt mehr darüber erfahren. Glücklicherweise war die Künstlerin dessen Bild ich so bewunderte eine Freundin, die bereit war, ihr Wissen mit mir zu teilen.

Aber was ist das nun eigentlich, die Foto-Enkaustik wird sich der ein oder andere Fragen…

Es beginnt damit, dass die Fotos auf Papier gedruckt werden. Anschließend klebe ich diese auf einen stabilen Untergrund wie zum Beispiel Holz. Das enkaustische Medium wird erhitzt und im heißen Zustand auf das Foto aufgetragen. Hierzu verwende ich meist Pinsel oder Spachtel, um damit eine Struktur zu erzeugen. Schicht für Schicht wird das Medium mit einer Heißluftpistole eingebrannt, um sich so mit der darunter liegenden Schicht zu verbinden. Manchmal füge ich noch Pigmente oder Ölfarbe hinzu, um dem Bild noch mehr Ausdruck und Tiefe zu verleihen.

Beim Arbeiten mit heißem Wachs kann das Ergebnis nie vollständig vorhergesagt werden. Der Wachs erkaltet nach dem Auftragen sehr schnell und wird hart. Genau darin liegt auch der Reiz dieser Technik: Kein Kunstwerk gleicht dem Anderen und jedes Werk ist ein Unikat.

Nächste Woche schreibe ich darüber welche Materialien ihr benötigt, um Euch selbst ein Foto-Enkaustik "Studio" einzurichten. Ihr dürft also gespannt sein! =)

Eure

Susigrafie