Foto-Enkaustik: Eine oft gestellte Frage

Ich werde immer mal wieder gefragt, wie lange ich für ein foto-enkaustisches Werk brauche. Diese Frage ist alles andere als einfach zu beantworten, da es nicht nur von der Größe des Bildes abhängt, sondern auch von der Bearbeitung. Für manch ein Bild brauche ich eine Stunde, für ein anderes eine Woche. Um eine bessere Vorstellung vom Aufwand zu bekommen, habe ich heute mal eine Zusammenfassung aller Schritte erstellt, die es braucht, bis eines meiner Bilder schließlich an der Wand hängen kann.

Vorbereitungen

Vorbereitungen

Bevor es in meinem Atelier zur Sache geht, habe ich die Fotos, die ich verwenden will, ausgedruckt bzw. von einem professionellem Fotolabor drucken lassen. Das hängt immer etwas von der Papierwahl und der Druckgröße ab.

Im Atelier lege ich mir alle benötigten Materialien zurecht, um alles griffbereit zu haben.

Eine spezielle Kaschierfolie wird auf das Holz aufgebracht

Eine spezielle Kaschierfolie wird auf das Holz aufgebracht

 

Der erste Arbeitsschritt besteht darin, die Kaschierfolie (eine spezielle säurefreie, doppelseitige Klebefolie) auf das Holz aufzubringen, um darauf das Foto aufzukleben. In der Regel lasse ich die Fotos ein paar Millimeter größer drucken, um ein wenig Spielraum beim Kaschieren zu haben. Überstehendes Papier schneide ich mit einem Cutter vorsichtig ab.

Vorhängeaufrichtung aus Draht und Ringschrauben

Vorhängeaufrichtung aus Draht und Ringschrauben

 

 

 

 

Nach dem ich das Foto auf das Holz geklebt habe, bereite ich noch die Aufhängevorrichtung vor. Wenn ich Holzrahmen verwende, befestige ich innen im Rahmen zwei Ringschrauben auf der Rückseite, welche anschließend mit einem Draht verbunden werden.

Der Holzrahmen wird mit Malerkrepp abgeklebt

Der Holzrahmen wird mit Malerkrepp abgeklebt

 

 

 

 

 

 

Bevor es an die Arbeit mit dem Wachs geht, verklebe ich die Rückseite des Holzrahmens noch mit Malerkrepp. Damit kann ich verhindern, dass ich den Rand mit Farbe oder Wachs beschmiere.

 

 

 

 

Im Anschluss daran beginnt der kreative Part: das Auftragen des enkaustischen Mediums. Dieses besteht aus einer Mischung aus Bienenwachs und Baumharz, welches ich selbst herstelle. Es wird zunächst erhitzt und anschließend in heißem Zustand auf das Foto aufgetragen. Hierzu verwende ich in der Regel Pinsel oder Spachtel, um so eine strukturierte Oberfläche zu erhalten. Schicht für Schicht wird so das enkaustische Medium aufgetragen und zwischendurch immer wieder mit einem Brenner oder einer Heißluftpistole „eingebrannt“, so dass die Schichten sich miteinander verbinden. Manchmal reichen schon 10 Schichten, ein anderes Mal braucht es hingegen 50 Schichten, um den von mir gewünschten Effekt zu erhalten. Bei manchen Motiven arbeite ich auch noch Materialien wie z.B. Ölfarbe in die Schichten mit ein.

Der kreative Part kann beginnen!

Der kreative Part kann beginnen!

Der Rahmen wurde von mir mit Bienenwachs behandelt

Der Rahmen wurde von mir mit Bienenwachs behandelt

 

 

 

Wenn ich mit dem Ergebnis irgendwann zufrieden bin, mache ich das Kreppband ab und pinsele den Holzrahmen nun noch mit etwas von dem enkaustischen Medium ein und wische überschüssiges Medium mit einem Papiertuch ab. Dadurch bekommt das Holz eine schöne Tönung und es ist gleichzeitig geschützt. (Diesen Schritt kann man aber auch weglassen oder das Holz z.B. noch farbig oder mit einer Holzlasur anstreichen)

 

 

 

 

Zum Abschluss bekommt jedes Bild noch einen Aufkleber mit Titel, Nummerierung und Signatur!

Und dann ist es nach wenigen Stunden oder Tagen auch schon fertig, um einen Raum zu bereichern! =)

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Ich hoffe, Euch hat der kleine Einblick in meine Arbeit gefallen!

Bis Bald,

Eure

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